WAS IST PHYTOTHERAPIE
Nur die wenigsten wissen, dass die meisten in der Schulmedizin verwendeten Medikamente in Wirklichkeit Phytopharmaka sind.
Der Begriff Phytotherapie setzt sich aus den griechischen Wörtern phyton (Pflanze) und therapeia (Behandlung/Heilung) zusammen und bedeutet demnach „Behandlung mit Pflanzen“.
Eines der aktuellsten Medikamente zur Behandlung von Tumoren, ist lediglich ein Extrakt aus der europäischen Eibe (Taxus baccata).
Phytotherapie ist somit keine herkömmliche Medizin, sondern die Mutter aller Arzneikünste.
Im Folgenden zählen wir einige weltweit verbreiteten Medikamente auf, deren Ursprung aus Pflanzenextrakten stammt.
ASPIRIN
Aspirin oder sein Wirkstoff Acetylsalicylsäure ist ein entzündungshemmendes Medikament, das auch als Schmerzmittel und zur Behandlung von Fieber eingesetzt wird. Da es auch eine gerinnungshemmende und blutverdünnende Wirkung besitzt, unterstützt es in geringen Mengen eine Herzinfarktvorbeugung.
Der Wirkstoff wird aus der Rinde der Silber-Weide (Salix alba) gewonnen und wurde 1828 vom französischen Apotheker Henri Leroux und vom italienischen Arzt Raffaele Piria isoliert. Die Verbindung wurde auch aus den Blumen der Spiraea ulmaria von einigen deutschen Forschern 1839 isoliert.
1897 verband Felix Hoffmann, Angestellter bei Friedrich Bayer & Co., die Hydroxigruppe (OH-Gruppe) der Salicylsäure mit einer Acetylgruppe und bildete somit die Acetylsalicylsäure. Diese Zusammensetzung wies dieselben therapeutischen Wirkungen der Salicylsäure auf, jedoch mit weniger Nebenwirkungen. Auf diese Weise entstand das erste synthetische Medikament nach dem Vorbild der Natur.
Der Name „Aspirin“ wurde am 6. März 1899 von Bayer zum Patent angemeldet und setzt sich wie folgt zusammen: Präfix „A-“ für die Acetylgruppe, „-spir-“ für den Inhaltsstoff der Blume Spirea (Spirinsäure oder Salicylsäure) und „-in“, ein damals gebräuchliches Suffix.
DIGITALIS
Dieses Medikament wird nach wie vor von vielen Herzkranken benutzt. Der rote Fingerhut (Digitalis purpurea) ist eine Staude aus der Familie der Wegerichgewächse wie z.B. das Löwenmaul, mit einer besonderen Form, die an den Fingerhut erinnert, der ihr auch den Namen verleiht. Digitalis enthält Substanzen (Glykoside), die dank ihrer starken Wirkung auf das Herz eine bedeutende Rolle bei der Behandlung von Herzinsuffizienz spielen.
CHININ
Chinin ist ein Alkaloid, das aus der Chinarinde gewonnen wird und 1817 von den französischen Forschern Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou isoliert wurde. Der Name stammt aus der ursprünglichen Bezeichnung der Quechua-Indianer (Inka) für die Rinde des Cinchona-Baumes „Kina“ oder „Kina-Kina“. Chinin ist ein starkes Medikament, das vorwiegend in der Bekämpfung von Malaria eingesetzt wird und stellt heute noch das wirksamste Mittel gegen diese Krankheit dar.
ACHTUNG
Es ist falsch zu glauben, dass alles, was aus der Natur kommt, nicht schädlich sein kann. Die korrekte Herstellung und Verabreichung von Pflanzenheilmitteln weist grundsätzlich keine Risiken auf, aber es ist notwendig, die gefährliche Wirkung bestimmter Giftpflanzen bzw. die richtige Dosierung der Heilpflanzen zu kennen. Die Grenze zwischen Heil- und Giftwirkung ist oft schmal, wie die Griechen schon wussten: der griechische Begriff „Pharmakon“ bedeutet sowohl Heilmittel als auch Gift.
Aus diesem Grund ist es besser, sich immer an ausgebildete Therapeuten wie Ärzte und Apotheker zu wenden, anstatt nur in Eigeninitiative zu entscheiden ohne die Ratschläge von erfahrenen Pflanzenheilkundlern zu befolgen.