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HAHNEMANN, ENTDECKER DER HOMÖOPATHIE

Christian Friedrich Samuel Hahnemann Der deutsche Arzt und Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (Meißen, 10. oder 11. April 1755 – Paris, 2. Juli 1843) studierte Medizin an der Universität Leipzig und später in Erlangen, wo er 1779 sein Studium abschloss.
Hahnemann merkte, dass die Medizin in der damaligen Zeit mehr Schaden als Nutzen verursachte. Sehr verbreitet waren Behandlungen wie z.B. der Aderlass, der bis Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt war. Diese entgiftende emetische Behandlung sollte theoretisch „die Krankheit aus dem Körper entfernen“. Hahnemann lehnte jedoch die Idee ab, dass eine Krankheit aus dem Körper ausgeschieden werden solle und unterstrich hingegen die Notwendigkeit, die Lebenskraft zu unterstützen, um das Gleichgewicht innerhalb des Organismus durch frische Luft, gesunde Ernährung und Bewegung wiederherzustellen.
Damals war die Malaria sehr verbreitet und wurde mit Chinarindenextrakt behandelt. Da Hahnemann nicht verstand, warum Chinarinde bei Malariafieber eine therapeutische Wirkung hatte, beschloss er, Chinin an sich selbst zu testen. Nachdem er es einige Tage lang eingenommen hatte, wies er die gleichen Symptome von Malaria auf und vermutete, dass man das Fieber also mit dieser Substanz behandeln könne, da sie bei einer gesunden Person die selbe Wirkung hatte. So entstand die erste Theorie der homöopathischen Behandlung.
1806 veröffentlichte Hahnemann das wichtige Werk Heilkunde der Erfahrung, in dem er die Grundideen der homöopathischen Behandlungsmethode ausarbeitete (griechisch homoios=ähnlich und pathos=Krankheit):

  • das Arzneimittel soll je nach Symptom des Patienten gewählt werden und nicht aufgrund der angenommenen Krankheit, die es verursacht haben könnte;
  • das "Prinzip Ähnliches mit Ähnlichem heilen" (similia similibus curantur): Das Arzneimittel soll aufgrund der Ähnlichkeit zwischen deren Wirkung und den Symptomen des Patienten gewählt werden;
  • das Arzneimittel soll in kleinen Mengen verabreicht werden.

1810 veröffentlichte Hahnemann die erste Auflage seines Grundlagenwerks zur Homöopathie, damals noch unter dem Titel Organon der rationellen Heilkunde, das später den Titel Organon der Heilkunst trug und in mehreren Auflagen erschien.
Hahnemann begann, an der Universität Leipzig Vorlesungen über Homöopathie zu halten, wo er auf den Einspruch von Ärzten und Apothekern stieß. Diese missbilligten, dass Hahnemann seine Medikamente selbst zubereitete. Zu dieser Zeit führte er mit einer kleinen Gruppe von Schülern zahlreiche Experimente durch, um die Symptome nach häufiger Verabreichung verschiedener Substanzen zu erforschen. Die Ergebnisse dieser Experimente wurden im sechsbändigen Werk „Reine Arzneimittellehre“ veröffentlicht. Zu jener Zeit kam der als Sieger von Leipzig sehr populäre Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg nach Leipzig, um sich von Hahnemann behandeln zu lassen. Trotz aller Anstrengungen verstarb der Fürst und da man Hahnemann dafür beschuldete, gelang es den Apothekern, ihm den Verkauf seiner Arzneimittel zu verbieten. Da er nicht mehr praktizieren durfte, verließ er die Stadt.
1821 zog er nach Köthen, wo er weiterhin an seiner Theorie über homöopathische Mittel arbeitete und die Dosierung immer stärker reduzierte, um unerwünschte Nebenwirkungen der Medikamente zu vermeiden. Als man ihm entgegnete, eine so geringe Menge könne keine Wirkung mehr erzeugen, behauptete Hahnemann, dass die heilende Wirkung der Substanzen durch eine besondere Prozedur enorm gesteigert werden könne. Dieser Prozess hieß „Dynamisierung“ und bestand darin, das Produkt mehrfach zu schütteln. Zeitgleich entwickelte er seine Theorie zu den chronischen Krankheiten und verkündete 1827 zwei seiner vertrautesten Schülern, dass er nicht nur die Ursachen aller chronischen Krankheiten, sondern auch die Mittel zu ihrer Behandlung entdeckt habe. Anschließend veröffentlichte er alles in seiner umstrittenen Abhandlung „Chronische Krankheiten“. Laut Hahnemann wurden alle chronischen Krankheiten mit Ausnahme jener, die von der orthodoxen Medizin oder von einer ungesunden Lebensweise herrührten, von vier „Miasmen“ verursacht: Syphilis, Sykosis, Tuberkulose und Psora.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete er 1835, im Alter von fast achtzig Jahren, Marie Melanie d'Hervilly, eine knapp über dreißig Jahre alte Frau, mit der er wenige Monate später nach Paris zog.
Hahnemann starb 1843 in Paris und wurde im bekannten Pariser Friedhof Pére Lachaise beigesetzt.

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